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Die Jägle Verkehrsbetriebe,

ein Unternehmen mit langer Tradition

 

Von der Posthalterei mit Lohnkutsche
zum überregionalen Verkehrsunternehmen.

 

Man schrieb das Jahr 1904, als Großvater Karl Jägle im damaligen Königreich Bayern die Posthalterei mit Lohnkutschen in Eichstätt erwarb. Dass sich aus diesen bescheidenen Anfängen ein so erfolgreiches Unternehmen im Nahverkehrsbereich Eichstätt-Neuburg-Ingolstadt entwickeln würde, daran hat der Firmengründer damals sicherlich nicht im Traum gedacht.

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Sein Sohn Karl Jägle ließ 1927 in einer örtlichen Wagnerei den ersten Omnibus fertigen. Wochentags wurden damit Materialien transportiert, am Wochenende hingegen Sitze montiert und Ausflugsfahrten unternommen.

In den 40er Jahren baute der Firmeninhaber ein öffentliches Nahverkehrssystem in Eichstätt auf. Während des Krieges wurde er verpflichtet, mit seinem Gefährt, Soldaten von Deutschland nach Russland zu transportieren. Ohne größere Beschädigungen überstand sein Bus dieses Abenteuer.

Mit bereits vier Bussen startete das Unternehmen Jägle 1949 in die neue Ära. In den 50er Jahren wurde begonnen, eine Stadtbuslinie in Eichstätt aufzubauen. 1972 übernahmen die Brüder Karl, Walter und Wolfgang die Firma mit ca. zehn Bussen vom Vater.

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Gegen den Rat von Freunden und Bekannten stellten sie Anfang der 90er Jahre den traditionellen Reisebusbetrieb ein und konzentrierten sich ganz auf den regionalen Nahverkehr. Dabei verfolgte man zwei Zielrichtungen: Zum einen stellten die Jägles in Eichstätt ein attraktives Nahverkehrskonzept auf die Beine, das unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt seinesgleichen in ganz Deutschland suchte. Zum anderen zogen sie einen regionalen Nahverkehr zwischen den Kommunen Eichstätt, Neuburg und Ingolstadt auf, was bis dahin auf Grund der unterschiedlichen Interessen der einzelnen Busunternehmen in der Region nicht möglich schien.

Flächendeckend wurde zuerst in Eichstätt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken der halbstündliche Taktverkehr eingeführt, viele Haltestellen angelegt und der Schulbusbetrieb vom normalen Stadtverkehr getrennt. Außerdem wurde die alte Jägle-Busflotte ersetzt durch moderne Midi-Busse mit Klimaanlage und Niederflursystem, was das Ein- und Aussteigen erleichtert. Das neue Angebot ließ die Nachfrage schlagartig auf 650.000 Benutzer im Jahr ansteigen, beachtlich für eine Stadt mit 13.000 Einwohnern. Damit entwickelte sich Eichstätt zum Mekka zahlreicher Verkehrsexperten, die alle vom "Modell Eichstätt" lernen wollten.

Kurz nachdem die Jägles begonnen hatten, das Eichstätter Verkehrskonzept aufzubauen, erwarben sie zusammen mit einem Konsortium von zehn Busunternehmern (86,3 %) und 5 Kommunen (13,7 %) die Regionalbus Augsburg Bahngesellschaft (RBA). Die Gebrüder Jägle bauten für die RBA einen regionalen Busbetriebshof in Gaimersheim. Durch diese Zusammenarbeit, weitere Kooperationen und die Übernahme verschiedener Busunternehmen (Firma Seitz in Neuburg, Firma Sandner in Nassenfels und Firma Sillner in Beilngries) gelang es den Jägles, ein enges Verkehrs-Liniennetz zwischen Eichstätt, Neuburg, Ingolstadt und Umgebung zu knüpfen. Auch die Stadtbuslinien in Neuburg werden von der Firma Jägle betrieben.